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Stadt Magdeburg Startseite

Historische Entwicklung

Wo heute eine Grünfläche ist, standen viele hundert Jahre Gebäude. Sie boten Wohn- und Arbeitsort für viele Menschen. Ab dem 17. Jahrhundert stieg die Bevölkerungszahl Magdeburgs stark an. Der daraus enstandene Platzmangel prägte die Bebauung und die Wohnverhältnisse auf dem Prämonstratenserberg.

Nach der Zerstörung und dem Wiederaufbau im Dreißigjährigen Krieg, wurde die mittelalterliche Baustruktur im Zweiten Weltkrieg endgültig zerstört.

Ein Blick in die Geschichte zeigt, wie sich das Gesicht des Prämonstratenserbergs verändert hat.

Der Prämonstratenserberg ...

... vor dem Dreißigjährigen Krieg (bis 1618)

Im frühen 11. Jahrhundert wurde das Kloster „Unser Lieben Frauen" gegründet. Der dort lebende „Prämonstratenserorden“ gab der heutigen Grünfläche 2009 ihren Namen.

1275 begann der Bau der Hochmittelalterlichen Stadtmauer. Davor lag der Großteil des Prämonstratenserberges außerhalb der Stadtbefestigung.

Nach 1275 wurde eine Brücke südlich der heutigen Strombrücke errichtet. Sie war bis ins 16. Jahrhundert die einzige Elbquerung im Stadtgebiet.

Magdeburgs Wohlstand wuchs und damit die Bevölkerung auf ca. 30.000 bis zu Beginn des 17. Jahrhunderts. Die Stadtmauer verhinderte eine bauliche Ausdehnung, neuer Wohnraum konnte also nur durch Nachverdichtung entstehen. Bei gleichbleibender Straßenstruktur wurde die Bebauung dadurch immer kleinteiliger. Dieser Teil Magdeburgs war kein einheitlich gewachsenes Stadtquartier, sondern bestand aus mehreren Teilen unterschiedlicher Viertel.

Karte „Magdeburg im Mittelalter“ mit dem eingezeichneten Verlauf der Grenze zwischen Altem und Neuen Markt

... bis zum Zweiten Weltkrieg (bis 1939)

Im Dreißigjährigen Krieg wurde ein Großteil der Bebauung zerstört. 1651 begann der Wiederaufbau, gemäß der mittelalterlichen Straßen- und Grundstücksstrukturen. Der Prämonstratenserberg gehörte nun zur Magdeburger Altstadt. Das Straßenbild war geprägt von Fachwerk.

Durch die Aufnahme von Kriegsgeflüchteten und infolge der Industrialisierung, wuchs die Bevölkerung immens. Bausubventionierungen Ende des 17. Jahrhunderts trieben das Wachstum zusätzlich voran. Die Verteidigungsanlagen verhinderten eine bauliche Ausdehnung – Magdeburg musste nach innen wachsen. Die Folge war eine starke bauliche Nachverdichtung, durch Hofbebauungen, Aufstockungen und Überbauungen. Abgerissene Gebäude wurden durch höhere Gründerzeitliche Neubauten ersetzt. Die Straßen blieben dabei gleich schmal.

Die ungesunden Wohnverhältnisse entspannten sich erst durch die Stadterweiterung im Jahr 1870 und die Aufhebung der Festungsanlage 1912.

Luftbild des Prämonstratenserbergs heute

Plan des 18. Jahrhunderts von der Stadt Magdeburg mit Festungsanlage

... nach dem Zweiten Weltkrieg (ab 1945)

Nur 13 Prozent der Gebäude überstanden den Krieg. Auf dem Prämonstratenserberg entsprach dies in etwa 20 Häusern. Um 1950 begann die Enttrümmerung und in 1960er Jahren wurden die restlichen Gebäude abgerissen. Baulich wurden auf dem Prämonstratenserberg keine historischen Strukturen erhalten. Ziel war es, endlich gesunde Wohnverhältnisse zu schaffen.

Die Bebauung der heute so bestehenden Innenstadt begann 1950. Dieser Entwicklungsprozess vollzog sich bis in die 70er Jahre. Zuletzt wurden 1972 zahlreiche Wohnungen geschaffen, die in Plattenbauweise errichtet wurden. Hierzu zählte auch die Wohnscheibe, damals die sogenannten „Bauarbeiterhotels“, die nach der Sanierung der Wohnungsbaugesellschaft WOBAU zur „Wobau-Welle“ umgebaut wurden.

Luftbild des Prämonstratenserbergs heute

Luftbild des Prämonstratenserberges heute

Mehr Informationen finden Sie in der historischen Analyse, die unten zum Download bereit steht: